Mit Rigolen Wasser vor Ort nutzen

Georgsmarienhütte – Über den Einsatz von Rigolen beider Oberflächenentwässerung informierte der Cloppenburger Fachmann Bernd Tabeling auf Einladung der Grünen. Bei der Rigole handelt es sich um einen unter der Erdoberfläche angeordnete Pufferspeicher, dereingeleitetes Regenwasser aufnehmen kann, um es zu versickern, besonders geeignet bei wenig durchlässigen Böden. 

Die unmäßige Versiegelung der Böden trage zum Anstieg  des Meeresspiegels und der Wassertemperaturbei, erklärte Tabeling. Folge sei ein immer mehr werdender Wasserabfluss zur Nordsee, wo der Prozess der Verdunstung seinen Lauf nehme und uns im Inland dann Unwetter und Stürme beschere. Es werde deshalbimmer dringlicher, Regenwasser vor Ort zu halten undes in den Boden zu führen, um die Vegetation vor dem Austrocknen zu bewahren.

Dazu könne die Rigole beitragen. Ein rohrartiger Behälter verschiedener Größen und Längen aus Kunststoff  werde mit Schüttmaterial wie grober Kies oder Lavagranulat mit möglichst viel Porenvolumen unterlegt, wo das Niederschlagswasser eingeleitet werde und von dort langsam in den Untergrund versickern könne. Um dem Eintrag der umliegenden Bodenschichten in die Rigole vorzubeugen, könne der Rigolenkörper in ein Geotextil bzw. Filtervlies eingeschlagen werden. Oberhalb könne Gras eingesätoder auch Parkplatz angelegt werden. Für kleine Versickerungsobjekte wie Einfamilienhäuser seien Tonnenrigolen die einfachste und günstigste Lösung,Wasser vor Ort zu halten.

Dicht an ihnen angelegt, könnten so Gemüse, Blumen und Bäume auch an trockenen Tagen mit Wasser versorgt werden, berichtete Tabeling. Ein Teil mit einem Fassungsvermögen von 200 l koste etwa 80 Euro. Ohne Probleme sei die Verlegung in Reihe möglich. Vom Landkreis Vechta vorgeschrieben, sei diese Möglichkeit zur ortsnahem Wasserverwendung bereits unter dem Parkplatz eines Supermarktes genutzt worden, wobei Kasten-Rigolen aus Kunststoffboxen mit zahlreichen Längs- und Querverstrebungen und zahlreichen Schlitzen und Löchern verwendet wurden. Rigolen könnten mit einem Versickerungsgraben oder Grabenspeicher kombiniert werden; auch sei ein Überlauf in die Kanalisation oder in ein Gewässer möglich. Es sei ratsam, die Größe auf ein fünfjähriges Regenereignis auszurichten.

Zur Wartung sollten ein bis zweimal jährlich die zugänglichen Anlagenteile wie Zuläufe und Einlaufschächte sowie Sandfang und Feststoffsammler kontrolliert und gereinigt werden, riet Tabeling. Die Errichtung einer Rigole sei von der Unteren Wasserbehörde des Landkreises zu genehmigen, die auch den Mindestabstand zu Gebäuden von sechs Metern und von mehreren Dezimetern zum Grundwasser prüfe.

Insbesondere müssten die Kommunen in die Pflicht genommen werden, ihre Liegenschaften auf Versickerungsmöglichkeiten genau zu prüfen, betonte Tabeling. Die Grünen wollen die Nutzung von Rigolen deshalb auch in Georgsmarienhütte voranbringen. Während die Stadt über 10 Mio. Euro für den Hochwasserschutz ausgeben wolle, könne mit dieser Technik deutlich preiswerter und mit viel Eigeninitiative gehandelt werden.

Tonnen-Rigole