Ortsverband

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Über uns 

Mit dem Jahr 1985 wurde der Stadtverband Georgsmarienhütte relativ spät gegründet. Die ersten Grünen in der Stadt fanden sich seit 1978 in drei Bürgerinitiativen. Dabei ging es um

  • den Schutz wertvoller Waldgebiete vor einer Verlegung der B 51 Richtung Bad Iburg
  • den Schutz der „Klosterwiese“ und des Umfeldes vor einem kommerziellen Freizeitpark
  • die Vermeidung von Schäden durch eine Stadtautobahn zwischen Oesede und Alt-Georgsmarienhütte.

So konnten wir dazu beitragen, im Bündnis der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) bei der Kommunalwahl 1981 drei Mandate im Stadtrat zu erringen. Zur Wahl 1991 traten wir erstmals als „Grüne“ an und erreichten zwei Mandate, 1996 ebenfalls zwei, 2001 ein Mandat und 2006 drei Mandate. Seit der Wahl 2011 sind wir mit fünf Mandaten im Stadtrat vertreten.

Wir haben derzeit etwa 60 Mitglieder und treffen uns einmal monatlich in für Interessierte offenen Runden, um die aktuellen Themen zu besprechen.

Aufbruch

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Georgsmarienhütte

Wie wir begannen und was daraus wurde

Als es 1981 darum ging, den bei den Fraktionen von CDU und SPD noch nicht angekommenen Umweltgedanken auch in den Georgsmarienhütter Stadtrat hineinzutragen, wurde auf den Namen der im Vorjahr gegründeten Partei „Die Grünen“ verzichtet. 1980 hatte sich in Karlsruhe ein Spektrum von konservativen Ökologen bis Kommunisten unter den Grundsätzen ökologisch, sozial, gewaltfrei und basisdemokratisch zusammengeschlossen. Bei den Mitgliedern der Bürgerinitiativen, die sich gegen städtische Planungen (Verlegung der B 51, Stadtring und Freizeitpark Kloster Oesede) engagierten, wurde mehrheitlich die Auffassung vertreten, angesichts noch mangelnder Akzeptanz der Grünen vor Ort mit einer unabhängigen Gruppe mehr erreichen zu können.

Trennung von Amt und Mandat

In Niedersachen wurde 1979 die Grüne Liste Umweltschutz (GLU) gegründet. Als zentrale Anliegen vertrat sie die zeitliche Begrenzung politischer Macht im Landtag mit der Rotation nach der Hälfte der vierjährigen Legislatur sowie die Trennung von Parteiamt und politischem Mandat. Noch heute wird es von den Georgsmarienhütter Grünen praktiziert, dass Stadtratsmitglieder nicht dem Vorstand des Stadtverbandes angehören.

1981 Unterstützung für UWG

In Georgsmarienhütte unterstützten die örtlichen Grünen deshalb die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG), die 1981 drei Mandate im Stadtrat erreichte. Fraktionsvorsitzender wurde Grünen-Mitglied Heinrich Bartelt. Wesentliches Anliegen war eine andere Verkehrspolitik mit vor allem der Verhinderung eines Neubaus der B 51 durch den Freeden. Das wurde zwar bis heute erreicht, sogar für Georgsmarienhütte endgültig mit Herausnahme aus dem Flächennutzungsplan und Bebauung der Trasse, steht aber für Bad Iburg noch immer im Bundesverkehrswegeplan. Andere Anliegen wie der Verzicht auf die Autobahn A33 in Holsten Mündrup und viel zu breite Straßen waren weniger erfolgreich, wovon noch heute die Wellendorfer Straße in Dröper zeugt, die die seinerzeitige Stadtspitze bis zum Steiniger Turm als Zubringer zur A 33 durchbauen wollte, was allerdings nicht gelang.

Mit Johannes Jacob Start im Kreistag

Im Gegensatz zur Stadt kandidierten die Grünen unter diesem Namen bereits 1981 für den Kreistag. Mit zwei weiteren Mandaten bildete Johannes Jakob aus dem Georgsmarienhütter Stadtteil Holzhausen dort die erste Grünen-Fraktion. Die drei Abgeordneten hatten sich zum Ziel gesetzt, alle Planungsvorhaben einer Umweltverträglichkeitsprüfung zu unterziehen. Das war damals noch nicht selbstverständlich. Die Arbeit des Umweltausschusses sollte effizienter werden. Die Grünen legten dazu ein umfassendes Papier vor. Zentraler Punkt war die Forderung, dass der Ausschuss sich auch in die Belange anderer Ausschüsse einmischen sollte, wenn dort Umweltbelange berührt waren. Bei Planungen z.B. von Straßenprojekten sollten betroffene Bürger mit einbezogen werden. Gleichzeitig wollten die Abgeordneten durch das frühzeitige Herstellen von Öffentlichkeit Diskussionsprozesse anstoßen und so zu einer Aktivierung der Bevölkerung beitragen. Ein Schwerpunkt war der Stopp der A 33 und dafür alternativ ein Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Die Fraktion unterstützte den Widerstand aktiv. Aber auch sozial setzten die Grünen im Kreistag Akzente, z.B. durch die Forderung, behinderte Menschen mehr am sozialen Leben zu beteiligen, die Jugendarbeit auszubauen und die Beteiligungsrechte von Schülerinnen und Schülern zu stärken.

Gründung als Stadtverband 1985

Am 21.3.1985 wurde mit der Verabschiedung einer Satzung und der Wahl eines Vorstandes von 7 anwesenden bei etwa 20 Mitgliedern der Stadtverband der Grünen gegründet. Gewählt wurden Lars Kraegeloh, Bruno Rothe und Martin Bohn als Sprecher, Christa Bethge als Kassiererin mit Stellvertretung Johannes Jacob und als Schriftführer Horst Gregor mit Stellvertretung Gerald Bethge. Das Protokoll hielt als inhaltliche Schwerpunkte fest: Klöckner, Frieden und Natur- und Umweltschutz. Durchgeführt wurde eine Veranstaltung mit der ehemaligen Bundestagsabgeordneten Waltraud Schoppe zu Mindesteinkommen gegen Armut im Alter. Widerstand organisiert wurde gegen die „Volkszählung 1987. Bei der erstmaligen Beteiligung an einer Stadtratswahl 1991 wurden 2 Mandate erreicht, heute gehören 5 von 38 Mandaten zur Grünen-Fraktion. Die Mitgliederzahl ist bis 2021 auf über 70 gestiegen.

Kungelei im Rathaus?

Nicht immer auf Begeisterung im Rathaus stieß unsere Stadtzeitung „Forum“, die wir in den 80-er Jahren herausgaben. Anlässlich unserer Kritik an einer Auftragsvergabe für Begrünung an der von-Galen-Straße in Holzhausen handelten wir uns sogar eine Klage der Stadt ein. Dazu berichtete die Hannoversche Allgemeine Zeitung am 1.7.1988, nach der Ausschreibung habe der billigste Anbieter den Zuschlag bekommen sollen: „Da aber meldete sich der Georgsmarienhütter Bürgermeister Hans Tegeler (CDU), im Privatberuf selbst Gärtner, zu Wort. Anders als die Verwaltung meinte Tegeler ausweislich eines späteren Prozessprotokolls, sei an der Straße keine Vorgartenbepflanzung wie etwa Büsche erforderlich, stattdessen sollten Alleebäume die Straße verschönern. Der Stadtdirektor Hermann Janning, vom Bürgermeister darauf angesprochen, schrieb einen handschriftlichen Vermerk an den zuständigen Baudezernenten: Der sollte die Anregung prüfen und Bericht erstatten. Bald darauf fand ein Gespräch statt, in dem der Gärtnermeister und Bürgermeister Hans Tegeler den Baudezernenten von seinem Vorschlag überzeugen konnte. Die Stadt Georgsmarienhütte schrieb die Pflanzaktion im August 1987 erneut aus, allerdings, wie später zugegeben wurde, ohne die erste Ausschreibung formal korrekt aufzuheben. Diesmal nun bewarb sich auch der Bürgermeister, der am ersten Durchgang nicht teilgenommen hatte, um den 23.000-Mark-Auftrag – und tatsächlich reichte er das günstigste Angebot ein. Er sollte den Zuschlag bekommen. Dies wiederum erschien einigen Ratsmitgliedern der SPD, die die Vorgeschichte kannten, als merkwürdiger Zufall, und es wurde Akteneinsicht beantragt. Beim anberaumten Termin im November 1987 aber fehlten in den Ordnern die Hinweise auf die Intervention des Bürgermeisters in der Angelegenheit. Sowohl der handschriftliche Vermerk des Stadtdirektors über sein Gespräch mit dem Bürgermeister als auch eine Notiz über das Treffen zwischen Bürgermeister Tegeler und dem Baudezernenten waren verschwunden. Das Kommunalparlament entschloss sich zur Rüge. Einstimmig missbilligte es das Einschreiten des Bürgermeisters und kritisierte Fehler in der Verwaltung. Bürgermeister Tegeler musste den Auftrag für die Straßenbegrünung zurückgeben. Damit war die Affäre nicht zu Ende. Im März dieses Jahres schrieben die nicht im Rat vertretenen Georgsmarienhütter Grünen in ihrem Parteiblättchen, Stadtdirektor und Bürgermeister hätten unkorrekt an der Auftragsvergabe mitgewirkt. Tegeler habe über die zweite Ausschreibung noch ins Geschäft zu kommen versucht und Janning habe die Hände über diese „rechtswidrige Kungelei“ gehalten. Der Stadtdirektor zog vor Gericht, verbot per einstweiliger Verfügung die Verbreitung des Artikels und bekam im Mai in der Hauptsache vor dem Landgericht Osnabrück recht. Janning, entschied das Gericht, habe offenbar von den ganzen Vorgängen nichts gewusst. Da sich aber zu dem Gerichtstermin der Vermerk des Stadtdirektors wieder in den Akten befand, befasste sich der Georgsmarienhütter Rat auf seiner jüngsten Sitzung erneut mit dem Thema. Die Opposition wollte wissen, was da vor sich gegangen war. Stadtdirektor Janning erklärte, er habe das Hin und Her nicht veranlasst. Im Übrigen könne er auf Grund seiner Fürsorgepflicht gegenüber seinen Untergebenen nichts Genaueres sagen. Der Rat gab sich damit zufrieden, lediglich die Georgsmarienhütter Grünen wollen ihren verlorenen Prozess in einer Berufungsverhandlung noch einmal aufrollen. Die Straße, um die es die ganze Zeit ging, hat übrigens immer noch keine Randbegrünung. Die Stadtverwaltung will, um jeden Vorwurf der Mauschelei zu vermeiden, ein unabhängiges Planungsbüro mit einem neuen Begrünungskonzept beauftragen“.

Vereinigung mit Bündnis 90

Während andere westdeutsche Parteien nach der „Wende“ sich DDR-Blockparteien einverleibten oder sich nahtlos mit der SED-Nachfolge verbanden, haben wir auch in Georgsmarienhütte gerne die Vereinigung mit den DDR-Oppositionsgruppen im „Bündnis 90“ 1993 vollzogen. Bereits Ostern 1978 hatten wir über Bekannte der ehemaligen UWG-Ratsfrau Angela Niemeyer in Halle/Saale Kontakt zu jungen Leuten der dortigen kirchlichen Umweltbibliothek bekommen. Seit dem damaligen Gründonnerstag entwickelte sich ein reichhaltiger Informationsaustausch mit mindestens einem jährlichen persönlichen Treffen in Halle, wobei es nicht alles wie 1982 ein Udo-Lindenberg-Liederheft über die Grenze schaffte. Ein Höhepunkt war ein von uns initiiertes Fußballspiel der 4. Herren des VfL Kloster Oesede 1987 in Halle, für dessen Spieler die Kontaktleute in Halle wie üblich Besuchserlaubnisse beantragen mussten. Aus dem Fußballbesuch entwickelte sich der Kontakt zu Musikern. Bei einer Fete in der Georgsmarienhütter „Destille“ (heute „TOR 3“) wurden etwa 2.100 DM gesammelt für ein Yamaha-Keyboard-Geschenk an Musiker in Halle, das bei einem weiteren Besuch in der DDR mit einem Konzert eingeweiht wurde. Und alles stand all die Jahre unter Stasi-Beobachtung, wie ein späterer Einblick in die Unterlagen der staatlichen Spitzel offenlegte. Es bleibt die Erinnerung, was staatliche Stellen mehreren unserer Freunde angetan haben, die es gewagt hatten, sich anders als wie verlangt zu verhalten und zu äußern. Geblieben bis heute ist der Kontakt zur Künstlerszene in Halle, z.B. wenn der VfL Osnabrück mal in Halle spielt, bis 1991 FC Chemie. In der Tradition dieser deutsch-deutschen Kontakte standen auch zweimalige Lkw-Fahrten mit vom DRK gesammelten Materialspenden Georgsmarienhütter Bürger anlässlich des Hochwassers 2013 nach Stendal, wo Jörg Wöbking, ab 1979 erstes Grünen-Mitglied in Georgsmarienhütte, seit 2001 an einer Berufsschule unterrichtet.

Außenpolitik im Kleinen

Bereits 1984 hatten wir die Ausweisung Georgsmarienhüttes als „atomwaffenfreie Zone“ unterstützt, was von der Mehrheit im Stadtrat aus formalen Gründen abgelehnt wurde. Einen Akzent friedensorientierter Außenpolitik im Kleinen haben wir in der Beziehung der Stadt zum polnischen Szaléjow gesetzt. Anlass war das Bestreben der aus den ehemaligen Dörfern Ober- und Niederschwedeldorf zum Ende des 2. Weltkrieges Geflohenen, mit ihren Vereinen die Wiedereingliederung Schlesiens in die Bundesrepublik Deutschland zu erreichen, wofür die Gemeinden Oesede und Kloster Oesede eine Patenschaft übernommen hatten. Auf unser Schreiben 1988 an die dortige polnische Gemeinde wurden wir auf Initiative der Postbeschäftigten Lucia Wisniewski zu einem Besuch im Folgejahr eingeladen, was wir mit drei Mitgliedern realisierten. Daraus entwickelte sich in den Folgejahren ein reger Austausch mit hiesigen Betriebs-Praktika, jährlichen Einladungen für polnische Jugendliche in den Winterkurs der Landvolkhochschule Oesede, die sogar in eine deutsch-polnische Ehe mündete. Auch die Grün-Alternative Jugend (GAJ) beteiligte sich am deutsch-polnischen Austausch, einige Male mit Jugendlichen aus der holländischen Partnergemeinde Schoonebeek, wobei auch die KZ-Gedenkstätte in Ausschwitz gemeinsam besucht wurde. Vorbereiten konnten wir den Austausch von Ratsdelegationen aus Georgsmarienhütte mit dem Szalejów übergeordneten Gemeindeverband Klodzko (ehem. Glaz). Anlässlich des dortigen Hochwassers 1998 konnten wir einen mit Spenden Georgsmarienhütter Bürger beladenen Lkw nach Szaléjow bringen. Auch wenn der Schmerz von Menschen gut nachvollziehbar ist, die Heimat verloren zu haben, war der Georgsmarienhütter Stadtrat doch gut beraten, im Sinne der von Willy Brandt 1972 erwirkten „Ostverträge“ die mit den politisch Verantwortlichen in Klodzko nach 1991 vereinbarten guten nachbarschaftlichen und freundschaftlichen Beziehungen 1998 durch einen Partnerschaftsvertrag zu bekräftigen. Und schön war es zu sehen, wie bei einem Besuch in Szaléjow der dort geborene deutsche Nachkomme einer Bauernfamilie dem heutigen polnischen Landwirt positiv begegnete. Zu unserer Außenpolitik im Kleinen gehörten auch die von uns vorbereiteten Besuche der Botschafter aus Kuba 1996 und Bolivien 2006 im Rathaus. 2021 konnten wir mit dem einstimmig vom Stadtrat beschlossenen Antrag die Anerkennung als Fairtrade-Kommune erreichen.

Kampf gegen Rechtsradikalismus

Ein wichtiges Anliegen seit Gründung ist uns der Kampf gegen Rechtsradikalismus und Nationalismus. Grundlage waren die Erkenntnisse über den Nationalsozialismus in den Vorläufern der Stadt Georgsmarienhütte, den Naziaufmärschen auf dem Rehlberg, die Verhaftung des Kloster Oeseder Kaplans Otto Brackel nach einer kritischen Predigt 1937 und das Auftauchen einer Hitler-Büste 1989 nach dem Abriss des alten Oeseder Rathauses. Bekannt wurden uns alljährliche feierliche Treffen zu „Hitlers Geburtstag“ in der Oeseder Gaststätte Möllenkamp – mit NPD-Verbindung des Gastwirtes – sowie bundesweite Treffen Rechtsradikaler in der ehemaligen Gaststätte Werkmeister in Harderberg an der B 51, seit Anfang 1980 von Möllenkamp gepachtet. Als es 1993 im Georgsmarienhütter Hotel Duram zum Zusammentreffen von Rechtsradikalen mit Gästen aus der israelischen Partnerstadt Ramat Hasharon kam, haben wir den Protest dagegen unterstützt. Um auf die Anklage in Italien gegen den in Bad Rothenfelde wohnenden früheren SS-Hauptsturmführer Theodor Saevecke wegen Mitwirkung an der Erschießung von 15 politischen Gefangenen 1944 in Mailand hinzuweisen, haben wir 1999 den Film “Die Mörder sind unter uns“ gezeigt. Im Sommer 2002 hatten wir die Stadtverwaltung mit Hinweis auf Treffen rechtsextremer Gruppen in Harderberg, so genannten “freier Kameradschaften”, zunächst “Teutoburger Wald”, dann “Nationaler Widerstand Osnabrücker Land” und bekannter Straftaten wie dem Überfall auf eine Scheunenparty in Glandorf aufgefordert, das nicht länger zu dulden. 2002 antwortete die Georgsmarienhütter Stadtverwaltung auf unsere Eingabe, keine Grundlage zu haben, gegen das NPD-Haus im Harderberg vorzugehen, da es hier um Räume gehe, die von einer Privatperson angemietet worden seien und der NPD zur Verfügung gestellt würden. Am 17.11.2007 haben wir uns unter ca. 2.000 Menschen mit dem Motto „Bunt statt Braun“ an der Demonstration gegen das Auftreten der Rechtsextremisten auf dem Rathausplatz beteiligt. Als im Januar 2008 etwa 100 Rechtsradikale nach einem Verbot in Hameln auf das Haus in Harderberg ausweichen konnten und nachdem seit 1995 die Schließung des Rechtsradikalentreffs in Harderberg immer wieder gefordert worden war, gelang es mit einer verdeckt eingefädelten Aktion, die Rechten bis Ende August aus dem Haus heraus zu bekommen. Noch im Juni 2008 war eine Veranstaltung der Grün-Alternativen Jugend in der Alten Wanne zu Ideologie und Struktur des Rechtsradikalismus von ca. 10 Angehörigen der rechtsradikalen Szene gestört worden. Obwohl vor Abtauchen der Rechtsradikalen in den Untergrund gewarnt wurde, waren wir erleichtert, als am 18.8.2010 die Abrissbagger der Stadt das NPD-Haus beseitigt hatten. Bis heute haben wir die Errichtung und Arbeit der Gedenkstätte Augustaschacht unterstützt, wobei selbst dem Klöckner-Betriebsrat nach Angaben eines Mitgliedes Akten aus der Verwicklung des Stahlwerkes in die Naziherrschaft verschlossen geblieben waren. Wir haben den Austausch mit der israelischen Stadt Ramat Hasharon befürwortet, obwohl wir uns gleiches mit der palästinensischen Seite wünschen würden, was insbesondere unser früherer, aus Ägypten stammender Ratsherr Dr. Nabil Noureldin gefordert hat. Wir haben uns an der Initiative zur Umbenennung der „Hindenburgstraße“ beteiligt und bisher das Anbringen von von einem Schulprojekt des Gymnasiums entwickelten Informationstafeln erreicht, die die Beteiligung des Reichspräsidenten an der Machtergreifung Hitlers veranschaulichen. Zusammenarbeit praktizieren wir mit den „Omas gegen Rechts“, so bei einer Veranstaltung „Europa gegen Rechts“ oder einer gemeinsamen Fahrt zur Demo in Hamburg. Wichtig bleibt uns in diesem Zusammenhang die rücksichtsvolle Integration von Flüchtlingen in unserer Stadt.

Einsatz gegen Atomkraft – für Erneuerbare Energien

Von Beginn an haben wir uns an den bundesweiten Aktionen gegen die Atomenergie beteiligt und uns in der Stadt Georgsmarienhütte für alternative Energien eingesetzt. Bereits 1988 hatten Josef und Heinrich Bartelt in Kloster Oesede eine 50-kW-Windenergieanlage errichtet, die leider durch einen Blitzeinschlag außer Betrieb gesetzt wurde und trotz zahlreicher Bemühungen nicht wieder funktionierte. Obwohl weitere Standorte untersucht wurden, hat es bis heute lediglich zu einer einzigen weiteren Windenergieanlagen in der Stadt gereicht, seit 1989 einer 50-kW-Anlage auf der Hohen Linde in Kloster Oesede, auch wegen mangelnde Unterstützung aus der Stadtverwaltung. Wir unterstützen Bemühungen, zu überprüfen, inwieweit ein von der Bundeswehr nicht mehr benötigte Fläche auf dem Dörenberg für Windenergie genutzt werden kann. Begrüßt haben wir die erste Sonnenenergie-Anlage 1987 an der Straße Domaxen, mit der auf einem privaten Hausdach Strom erzeugt wurde. Bis Ende 2020 ist die Zahl der Photovoltaikanlagen in der Stadt auf 578 mit einer Leistung insgesamt 8.980,8 Kilowatt gewachsen. Unterstützt haben wir die Stadtwerke für den Betrieb von Biomasseanlagen, bisher 55 mit 4.409 Kilowatt in der Stadt, sowie einer Klärgasanlage mit 150 Kilowatt. Dass wir in Georgsmarienhütte bisher lediglich einen Anteil der Erneuerbaren von 20,2 % beim Stromverbrauch erreicht haben, gemessen am bundesdurchschnittlichen Verbrauch (ohne das Stahlwerk), zeigt, dass hier noch einiges zu tun ist. Unsere Kritik gilt der Beteiligung der Stadt am Kohlekraftwerk in Lünen, der im Stadtrat 2006 einzig unser Ratsherr Dr. Nabil Noureldin nicht zugestimmt hat, was unseren Stadtwerken jährlich etwa 700.000 Euro Verlust beschert – und das über bis zu 20 Jahre. Angeschoben haben wir die Ausstellung „Umweltfreundliche Energien“ vom 3.-17.10.1993 im Rathaus. Größter Erfolg in diesem Bereich war die Übernahme des Stromnetzes von der RWE durch die Stadt, was nach ersten Überlegungen 1990 und nach sehr guter Vorbereitung durch die Stadtverwaltung 1995 einstimmig vom Stadtrat beschlossen und zum 1.10.1997 vollzogen wurde. Zwar blieb die Resonanz bescheiden, aber mit Beteiligung aller Ratsfraktionen konnte am 14.9.2008 ein von uns angestoßener Klimaschutztag auf dem Rathausvorplatz durchgeführt werden.

Haller Willem, OKE-Bürgerentscheid und Radfahren

Während die Politik der Mehrheit in der Stadt auf breite und neue Straßen für mehr Autos ausgerichtet war, haben wir 1991 die Schließung des Güterverkehrs auf der Bahnstrecke Osnabrück-Bielefeld in Oesede, nachdem 1984 bereits der Personenverkehr auf dem niedersächsischen Teilstück eingestellt worden war, zum Anlass genommen, 1991 die Initiative Haller Willem mit dem Fahrgastverband PRO BAHN, dem ökologischen Verkehrsclub VCD, der Eisenbahnergewerkschaft und der westfälischen Gemeinschaft für Natur und Umwelt (GNU) zu gründen, um den Erhalt der Bahnstrecke zu erreichen. Um das Interesse an der Strecke in der Bevölkerung zu testen, führten wir 1993 eine Sonderfahrt mit einer Dampflok zwischen Osnabrück und Bielefeld durch. Über 600 Fahrgäste boten ausreichend Ermutigung, den harten Kampf für die Wiederaufnahme des Personenverkehrs zu beginnen. Das zog sich jedoch in die Länge und Wildkräuter bis zu kleinen Bäumen schossen auf der Trasse in die Höhe. „Habt Ihr nichts Besseres zu tun“, bekamen wir zu hören, als wir wiederholt an verschiedenen Abschnitten mit Heckenscheren und Astgabeln die Strecke frei machten. Obwohl der seinerzeitige Chef der zuständigen Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG), Dr. Wolf-Rüdiger Gorka mit den Worten „Was wir im ‚Nassen Dreieck‘ geschafft haben, das kriegen wir auch mit dem Haller Willem hin“, Hoffnung machte, blieb konkrete Unterstützung aus Hannover aus. Es verfestigte sich sogar der Eindruck, die LNVG wolle die Reaktivierung des Haller Willem verhindern. Trotzdem erreichten wir von beiden Bundesländern die hälftige Beteiligung an einer ca. 100.000 DM teuren Kosten-Nutzen-Analyse. Später wurde vom Land unter 58 untersuchten Strecken für den Haller Willem als einzig zur Reaktivierung empfohlener Strecke ein Wert von 1,51 ermittelt, womit der überwiegende Nutzen belegt war. Doch von einigen Anwohnern gab es Widerstand. Am Langstücksweg in Kloster Oesede waren mit Beschwichtigung der Stadt, dass dort nie mehr ein Zug fahren würde, Grundstücke an der Bahnstrecke erworben und Gärten bis auf das Bahngelände erweitert worden. Befürchtet wurden nächtliche Transporte zur Müllverbrennungsanlage in Bielefeld, von deren Lärm man nachts aus dem Bett fallen würde. Bereits 1991 hatten im Georgsmarienhütter Rat alle Fraktionen für Erhalt und Ausbau der Bahnverbindung votiert, was 1994 vom Rat bekräftigt wurde. 1995 signalisiert Bürgermeister Heinz Lunte beim Einsatz einer Handhebel-Draisine anlässlich der Oeseder Kirmes zwischen Kloster Oesede und Oesede seine Unterstützung. Gefordert wird von der Stadt Georgsmarienhütte auch die Reaktivierung des Bahnhaltes in Malbergen, was jedoch bisher nicht erreicht wurde, obwohl die VLO (Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück) die Planung mit der dafür benötigten Fläche vorgenommen hat. Der VLO gelang die Instandsetzung der Strecke mit Schotterung, Verlegung neuer Schwellen und moderner Signaltechnik zu einem Bruchteil der von der Deutschen Bahn (DB) prognostizierten Kosten. Während die DB etwa 67.000 DM gebraucht hätte, kam die VLO wie geplant mit knapp 15 Mio Euro hin. Der VLO gelang es, von 35 Bahnübergänge 8 zu schließen, 22 technisch zu sichern, 15 davon mit Halbschranken und die Strecke weitgehend auf 80 km/h herzurichten. 9 Jahre Überzeugungsarbeit brauchte es, bis der seinerzeitige Ministerpräsident Sigmar Gabriel im Jahr 2000 die Zusage für die Reaktivierung gab und 5 weitere Jahre, bis die VLO die Strecke ertüchtigt hatte und am 12.6.2005 der erste Haller Willem mit modernen Fahrzeugen in Oesede und Kloster Oesede Fahrgäste wieder zur Mitfahrt einlud. Während vorher Bedenkenträger von Geisterzügen für wenige gesprochen hatten, sah man diese selber später im Haller Willem z.B. auf dem Weg zum VfL. Die Fahrgastzahlen entwickelten sich schnell auf bis zu werktäglich 6.000 Ein- und Aussteiger zwischen Osnabrück und Bielefeld, davon knapp 2.500 auf dem niedersächsischen Teilstück zwischen Osnabrück und Dissen. Hier sowie im westfälischen Bereich bis Halle fehlt noch der Halbstundentakt, obwohl bei der Reaktivierung versprochen worden war, sich am westfälischen Standard mit dem 30-Minuten-Takt zwischen Halle und Bielefeld auszurichten. Natürlich hat auch der Haller Willem mit der Corona-Delle zu kämpfen. Mit Projekten wie dem Haltepunkt „Osnabrück-Rosenplatz“, der 2024 in Betrieb genommen werden soll, setzen wir darauf, zukünftig wieder mehr Menschen für den Haller Willem zu gewinnen. Weiterhin streben wir eine Beschleunigung auf 130 km/h an und Frühzüge, die das Erreichen von Arbeitsplätzen um 6 Uhr in Osnabrück ermöglichen. Mit WLAN in den Zügen muss bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2025 gewartet werden. Für diesen Termin erfolgt die Neuausschreibung des Betriebes bis 2040, die den Einsatz von elektrisch betriebenen Fahrzeugen auf der Basis von Akku-Zügen vorsehen wird. Und mit der Planung der Zweigleisigkeit in Oesede werden aktuell von der VLO die Weichen gestellt, dass der 30-Minuten-Takt auf dem niedersächsischen Teilstück verwirklicht werden kann.
In der Tradition einer anderen Verkehrspolitik steht auch die Verhinderung der sogenannten „Ortskernentlastungsstraße“ in Oesede. Nach der Sammlung von über 3.000 Unterschriften stimmten am 22. August 2004 im ersten Bürgerentscheid in Georgsmarienhütte 68.8% der WählerInnen dafür, keine städtischen Gelder dafür bereitzustellen. Trotz mancher Enge im Berufsverkehr müsste die CDU anerkennen, dass der heraufbeschworene Verkehrskollaps in Oesede trotz nicht gebauter OKE ausgeblieben ist. Überfällig sind allerdings Erleichterungen für Fußgänger und Radfahrer an und im Umfeld der Kreuzung an der Peter-und-Paul-Kirche. Außerdem könnte durch Busanbindung für Neubaugebiete wie die Egge zur Entlastung der Straßen beigetragen werden. Mit der von uns seinerzeit geforderten endgültigen Aufgabe dieser Planungen ließ sich die Mehrheit im Stadtrat allerdings noch bis 2020 Zeit. Nachdem uns der seinerzeitige niedersächsischen Bundes- und Europaminister Jürgen Trittin 1992 bei einer Fahrradtour in der Stadt für bessere und sichere Radwege unterstützte, konnte wir aktuell die neue Klimamanagerin der Stadt bewegen, Georgsmarienhütte 2021 erstmalig für das bundesweite Stadtradeln anzumelden.

Einsatz für umweltfreundliches Stahlwerk

Während wir es in früheren Jahren mit Lärm, Staub und bei der Luft in der Stadt häufig mit übel riechenden Schwefelausdünstungen des Stahlwerkes zu tun hatten, haben wir uns bei dessen Umstellung auf Elektrolichtbogentechnik 1994 mit der Bürgerinitiative „Umweltfreundliche Hütte“ für geringere Immissionen insbesondere bei den Dioxinen und Furanen engagiert, die seitdem auf den Böden in der Stadt niederschlagen. Obwohl es uns nicht gelungen ist, die nachträgliche Genehmigung der seit 1952 erfolgten illegalen Ablagerung von ca. 250.000 t Konverterstäuben und ca. 80.000 m³ Gichtgasschlämmen auf dem Gelände Westerkamp zu verhindern, haben wir zumindest erreicht, dass die Zugänglichkeit für spätere Wiedereinspeisung im Produktionsprozess geschaffen werden musste. Das Stahlwerk hat sogar mit einer griechischen Hochschule dieses Recycling erfolgreich erprobt, was ihm bisher jedoch zu teuer ist, weshalb wir Unterstützung von Land und Bund erbeten haben und auch Möglichkeiten durch die Bundesumweltstiftung sehen. Das Recycling haben wir vor allem gefordert, weil die Ablagerung nur eine Abdichtung nach oben, nicht seitlich und unten hat, sodass die Schadstoffe bis heute ins Grundwasser absacken. Eine von uns beauftragte Untersuchung der Hochschule Osnabrück hat festgestellt, dass sich im Schlamm der Düte in der Nähe des Westerkamp erhöhte Belastungen wie PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) befinden, die wahrscheinlich aus der Deponie stammen. Das sieht auch der zuständige Fischereiverband mit Sorge. Auch bei vielen Bebauungsplanungen wie aktuell auf dem Gelände Tiemeyer an der Glückaufstraße in Kloster Oesede für die Feuerwehr tauchen früher wild entsorgte „Altlasten“ des Stahlwerkes immer wieder auf. Jüngst haben wir aus dem Stahlwerk die Nachricht erhalten, dass unser Anliegen, die von Bund geförderte Wasserstofftechnik zu nutzen, aufgegriffen werden soll, zumal es bei normaler Produktion etwa das Vierfache des Stromverbrauchs der Stadt Osnabrück benötigt. Beteiligt haben wir uns auch an der Verhinderung einer von Land und Stahlwerk angedachten Müllverbrennung in der Stadt.

Düteschutz

Immer wieder wurden wir mit dem Schutz der Düte und des Fischbestandes befasst. So wurden wir am 23.6.1992 von Nachbarn angerufen, weil das Klärwerk in Verantwortung von Bauamtsleiter Wilhelm Grundmann unzureichend geklärtes Abwasser in die Düte einleitete. Die übel riechende Brühe wurde bis Sutthausen wahrgenommen. Nachdem wir vor Ort feststellten, dass der Sauerstoffgehalt unter 1 mg/l gesunken war (vorher 8,6), haben wir die Polizei eingeschaltet. Der von einem Fachinstitut ermittelte CSB-Wert, der die Gesamtbelastung an Schadstoffen ausdrückt, lag unterhalb des Einlaufs mit 316,8 mg/l um ca. 300 % über dem Richtwert. Wir haben deshalb um Einschaltung des Gesundheitsamtes gebeten, um insbesondere spielende Kinder vor dem Uferschlamm zu warnen, auf dem sich eine dunkle Ablagerung festgesetzt hatte. Auf Veranlassung des aus dem Urlaub herbeigerufenen Stadtdirektors Hans Licher wurde die Einleitung gestoppt, das Abwasser in die Klöckner-Klärteiche umgeleitet und zur Kläranlage in Osnabrück transportiert, die Produktion des Milchhofes reduziert und das Abwasser aus Holzhausen nach Osnabrück geleitet. Aktuell versuchen wir im Rahmen des zukünftigen Hochwasserschutzes in der Stadt, für den über 10 Mio. Euro eingeplant sind, vor 50 Jahren begradigte und in Betonplatten gelegte Bäche wie den Gartmanns bzw. Siebenbach wieder renaturiert zu bekommen.

Erhalt der Stadt im Grünen

Seit dem Plan der Stadtoberen, die Klosterwiesen für eine Freizeitpark-Bebauung zu opfern, haben wir uns immer wieder für den Schutz von ökologisch bedeutsamen Flächen und den Erhalt historischer Gebäude eingesetzt. Bei der geplanten Ansiedlung eines Hotel- und Veranstaltungszentrums „Fredericks Hoff“ 1983 im Oeseder „Möllersfeld“ hatten wir die NOZ wegen Geheimhaltung kritisiert und vom Bürgermeister Siepelmeyer frühzeitige Bürgerinformation und sparsamen Umgang mit den Stadtfinanzen verlangt. Letztendlich konnte auch dieseLuftnummer verhindert werden. Zur Verhinderung beitragen konnten wir 1993 bei der von Osnabrück und Georgsmarienhütte geplanten Gewerbebebauung eines ca. 280 ha großen Gebietes mit teilweisem Landschaftsschutz, sehr alten Buchen- sowie feuchten Erlenwäldern und Bächen um das Gut Waldhof. Nicht verhindern konnte unsere Kritik 1983 den Bebauungsplan 150 „Teckelhagen“, wo sich Stadtdirektor Janning ein Häuschen bauen ließ. Als im Januar 1980 das Wäldchen Osterheide südlich des Harderberger Weges für die Anlegung eines Industriegebietes gerodet wurde, habe es mächtig gestaubt, wurde uns von einem Arbeiter berichtet, augenscheinlich wurden die über lange Jahres niedergeschlagenen Stahlwerks-Immissionen aufgewirbelt. Obwohl ein Anwohner mit unserer Unterstützung den Bescheid der Bezirksregierung von 2001 auf Begrenzung der Schlachtung auf wöchentlich 9.600 Schweine und täglich auf 1.600 Schweine in 10 Arbeitsstunden und stündlich 160 Schweine gerichtlich bestätigt bekam, wurden später deutlich mehr Schlachtungen vorgenommen, vom Stadtrat 2007 auf wöchentlich 12.900 geschlachtete Schweine erlaubt. Beim Rittergut Osthoff haben wir die erfolgreichen Widerstände gegen Golf-Hotel (1993 schrieb der örtliche NABU in seinem „Naturblatt“ unter dem Titel „Greens statt Grün ?“, im März sei das für den Bau eines Golfplatzes nötige Raumordnungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung mit den Stimmen der CDU/FDP – Ratsmehrheit beschlossen worden. Statt der angeblichen Weiterentwicklung der Attraktivität der Stadt drohe ein lebens- und liebenswerter Teil herausgebrochen zu werdenwerden. Unter dem Motto „Taschenbillard für Alle wurde gegen die „Arroganz einiger CDU-Politiker eine Unter-schriftensammlung gestartet, an der sich „weit über 1000 Bürger beteiligten. Alternativ zu einem Golfplatz wurde die Erweiterung des Naturschutzgebietes „Harderburg“ gefordert.), Speditionsgewerbe (2006) und 240-Betten-Hotel (2009) unterstützt. Nach der Brandstiftung am 8.4.1997 standen wir mit der ermittelnden Versicherung in Verbindung und erfuhren, dass der Täter sich mit genügend Geld nach Polen absetzen konnte, um in Krakau eine Pizzeria zu eröffnen, aber trotz Belohnung von 100.000 DM wegen fehlendem Auslieferungsabkommen nicht verhaftet werden konnte. Nachdem das Ehepaar Recker mit dem angestrebten Vollblutgestüt „Queen’s Glorie“ nie richtig in Gang kam und in der Folge eine Kamelhalterin sich ehr an den Ressourcen u.a. mit Holzvermarktung bediente, fanden Übernahme, Instandsetzung und Entwicklung durch den Architekten Kolde seit 2012 unsere volle Unterstützung.Den 1990 erfolgten Abriss des Rathauses in Oesede haben wir abgelehnt und zur Einweihung des neuen Rathauses am 8. März 1992 als historische Stadtwächter die Besucher mit „Willkommen in der Schuldenburg“ begrüßt.Abgelehnt, aber nicht verhindern konnten wir den Abriss historischer Gebäude wie Harzer Post, Schmidt-Casmann und Alte Seilerei sowie den Verfall von Möllerhof mit Höpken-Mühle. Obwohl die Stadt ihr seit Mitte der 70-er Jahre verwendetes Motto „Stadt im Grünen“ 2003 fallen gelassen hat, bleibt es für uns bis heute Leitmotiv.

Biobau und Ernährung

Unterstützt haben wir den 1987 von Initiator Ulrich Greiten mit Christian Borghardt und Thomas Bergmann gestarteten „Biolandhof Kloster Oesede“ (Am Piepenbrink), der im Jahr 1999seine Arbeit nach Borgholzhausen verlagerte. Nach unserer Auslobung mit 1.000 DM haben wir 1998 die Bio-Anerkennung des Hofes Voß in Holsten Mündrup geehrt, der auf ca. 5 ha Grünland Galloway-Rinder ernährte, deren Fleisch verkauft wurde. Derzeit unterstützen wir Überlegungen eines landwirtschaftlichen Betriebes aus Kloster Oesede auf anerkannt ökologische Produktion. Unsere bisher zwei veganen Menus im Forsthaus waren gut besucht und ermutigten, dass Alternativen zu Fleisch-Dominanz und Fast-Food gesellschaftlich nicht aussichtslos sind.

Geschlechter-Parität

Seit Gründung war uns die Gleichberechtigung ein wichtiges Anliegen. Vorstände sind paritätisch zu besetzen, schreibt unsere Satzung vor, was wir nicht immer einhalten konnten. Frühzeitig haben wir uns für die Umwandlung der ehrenamtlichen Stelle der städtischen Frauenbeauftragten in eine hauptamtliche eingesetzt, was dann auch 1992 erreicht wurde. Wir haben die Unterstützung der niedersächsischen Frauenministerin Waltraud Schoppe 1993 zum Start des Familienzentrums Maries Hütte eingeholt, wobei ursprünglich ein „Mütterzentrum“ angestrebt worden war.

zum Autor: Johannes Bartelt

geb. 1954 in Kloster Oesede, für Kaplan Hubert Herrmann als Messdiener das Confiteor gebetet, aktiv in der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) seit etwa 1968 u.a. in der „Sprachrohr“-Redaktion, nach Volksschule Kloster Oesede 1971 Realschulabschluss, als Rechtsverteidiger vom VfL Kloster Oesede aus Protest gegen Vereinsvorstand zum FC Vorwärts gewechselt, politisch sozialisiert anlässlich der Bestrebungen der Stadtspitze 1978 zur Anlegung eines kommerziellen Freizeitparkes in den Klosterwiesen mit der legendären Bürgerversammlung im proppenvoll besetzten Saal Steinfeld und dem Ruf von Adolf Steinfeld „Stertenbrink abtreten“), zunächst Mitglied der UWG, dann der Grünen seit 1.9.82 (nachdem Helmut Schmidt die SPD auf dem Münchener Parteitag zur Zustimmung zum „Nachrüstungsbeschluss“ verdonnerte), 1971 Ausbildung als Groß- und Außenhandelskaufmann, nach 5 abgewendeten Einberufen zur Bundeswehr und Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer erst in der 3. Instanz 1976-7 Zivildienst, Abitur auf dem 2. Bildungsweg, Studium Lehramt Gymnasium für Politik und Kath. Religion sowie Sozialwissenschaften mit Diplom-Abschluss, seit 1986 für die Kreistagsfraktion der Grünen tätig und seit 1989 Geschäftsführer des Kreisverbandes, 1991 in den Stadtrat Georgsmarienhütte gewählt sowie 1986 und 1991 in den Kreistag, seit 1991 Koordinator der Initiative Haller Willem, 1991 aua der Kath. Kirche in Deutschland aus und in die brasilianische eingetreten, ab Juni 2021 Rentner.