Mountainbike-Folgen für Dörenberg und klimagerechte Waldentwicklung

Georgsmarienhütte / Hagen / Bad Iburg – Welche Auswirkungen haben die neuen Mountainbike-Routen am Dörenberg? Wie kann die Waldentwicklung an die Klimaänderung angepasst werden? Wie können innerörtliche Bäume an Straßen vor Vertrocknung geschützt werden? Wie können neue Anpflanzungen realisiert werden? Über diese Fragen sprachen Grüne aus den drei Dörenberg-Kommunen mit Forstexperten bei einer Waldbegehung.

Der Einsatz der inzwischen neun Ranger habe zur ordnungsmäßen Nutzung der zunächst für zwei Jahre erlaubten Moutainbike-Routen auf dem Gebiet der Landesforsten beigetragen, berichtete der Vertre-ter der Waldbauern, Eckhard Menkhaus. Im letzten Jahr habe es 44 Anzeigen gegeben. Die illegalen Routen am Nordhang in Oesede seien noch nicht zurückgebaut worden. Im kommenden Jahr soll vom Kreis entschieden werden, ob die Ausnahme vom Landschaftsschutz für das Mountainbiken am Dören-berg verlängert wird. Es gebe Beobachtungen, dass sich der Bau illegaler Routen in die Bereiche Mu-senberg und Großer Freden ausweite.

„Die Fichte wird sich aus unseren Wäldern langfristigverabschieden“, betonte der ehemalige Leiter des Landesforstamtes in Ankum, Bernd Schwietert. Dafür sorgeder Klimawandel, gekennzeichnet durch Trockenheit, Stürme und in deren Folge der Borkenkäfer. Gefragt seien der Klimaveränderung angepasste Bauarten wie Stiel- und Roteiche, Esskastanie, Kiefer und Douglasie, auch um die CO2-Speicherung möglichst lange nutzen zu können. Innerörtlich an Straßen kämen Platanen, Stieleichen und Linden in Betracht.

Auf vielen Schadflächen aus den Sturm- und Trockenjahren 2018-2023 sei inzwischen eine natürliche Verjüngung des Waldes feststellbar, berichtete Bezirksförster Friedrich Gleissner. Entscheidend sei die Vielfalt der Baumarten, die je nach Standort weiterentwickelt werden müsse. Auf einer größeren Schadfläche an einem Nordhang soll im Oktober mit Waldbesitzenden eine Ergänzung der Naturver-jüngung durch Pflanzung möglichst trockenresistenter Baumarten überlegt werden. Er machte an an-derer Stelle auf den Kampf gegen invasive Arten wie die sich stark ausbreitende amerikanische Trau-benkirsche aufmerksam.

Für das Bewässern von Straßenbäumen brachte das Hagener Grünen-Ratsmitglied Felizitas Exner den Einsatz der Feuerwehr ins Gespräch. Der Georgsmarienhütter Ratsherr Robert Lorenz hatte bereits selbst mit Gießkanne zu vertrocknen drohende Bäume bewässert. Er hält Baumpatenschaften von Anwohnenden für eine Chance. Waldbauer Menkhaus rät zu Wassersäcken, die die Bäume langsam und kontinuierlich mit Wasser versorgen würden.

Das Glandorfer Grünen-Mitglied Norbert Schulte-Frankenfeld bemüht sich um Anpflanzungen in der Gemeinde. Ihm fehlen noch Flächen und Finanzierung. Geraten wurden ihm Unterstützung von Naturschutzbehörde, Landwirtschaftskammer und Gemeinde, die damit denAusgleich bei Baumaßnahmen abdecken könne. Auch in Georgsmarienhütte fehlt Fläche für Anpflanzungen, für die im Haushalt 100.000 € bereitstehen. Die dortigen Grünen schlagen die Verschenkung von Pflanzen vor.