Grüne besuchten „grünstes Stahlwerk Deutschlands“

Nach einem Gespräch mit dem Betriebsrat im vergangenen Jahr konnten Mitglieder der Grünen sich am 4. Juni bei einem Rundgang über das Stahlwerksgelände ein Bild machen über die Produktionsbedingungen. Kompetent und anschaulich führte Martin Duram nah an die Arbeitsplätze. An der Stranggussanlage faszinierte die Grünen, wie die glühenden Blöcke wie von Geisterhand bewegt ihren Weg durch die Halle finden.
Beeindruckt zeigten sich die Grünen vom Dampfen, Zischen, Feuern und, Knallen direkt am Elektrolichtbogenofen, wo Schrott bei ca. 1.650 Grad geschmolzen und zu neuem Stahl verarbeitet wird. „Ein grandioses Spektakel“, kommentierte Joachim Grützmacher, der den Besuch organisiert hatte. „Im Gegensatz zum Hochofen mit Konvertertechnik bis Anfang der 90-er Jahre gibt es hier fast keinerlei Emissionen mehr“, betonte Duram.
Schon jetzt sei der Betrieb in Georgsmarienhütte das „grünste Stahlwerk Deutschlands“, berichtete Duram. Ziel sei es, bis 2039 völlig klimaneutral zu werden durch den Einsatz erneuerbarer Energien. Aktuell gelte es, die im Vergleich zu Nachbarländern deutlich höheren Stromeinkaufspreise zu reduzieren, um die ca. 1.300 Arbeitsplätze zu sichern. So sei in Abstimmung mit der Belegschaft in den Wintermonaten A-Zyklisch gefahren worden, also zu Tageszeiten mit hohen Stromkosten der Schmelzbetrieb stundenweise ruhe, aber zu Zeiten niedriger Strompreise voll durchproduziert werde.