Radverkehr in Georgsmarienhütte stärken und sicherer machen

Georgsmarienhütte – Wie kann der Radverkehr in Georgsmarienhütte ausgebaut und sicherer werden? Mit dieser Fragestellung luden die Grünen in ihre neue Kreisgeschäftsstelle an der Klöcknerstraße. Der Osnabrücker Verkehrsdezernent Thimo Weitemeier berichtete über erfolgreiche Erfahrungen aus seiner früheren Tätigkeit in Nordhorn.

Der Radanteil am Verkehr in Nordhorn sei bis 2017 auf 40% gesteigert worden, teilte Weitemeier mit. Wichtige Grundlage für diesen Erfolg in der Stadt mit 55.000 Einwohnenden seien Strategie, Radverkehrskonzept und konkrete Anregungen aus der Bürgerschaft für die einzelnen Wohngebiete sowie Aktionen und Öffentlichkeitsarbeit gewesen. Unbrauchbar seien teure Hochglanzkonzepte für die Schublade.

Wichtig sei es, bei der Bauplanung die verschiedenen Verkehre zu trennen. Für den Radverkehr gelte es, ein schönes Umfeld zu schaffen, so Wallhecken zu erhalten. „Wenn ich morgens überlege, welchen Schlüssel nehme ich, muss der des Rades emotional attraktiver sein“, so Weitemeier. Auch 2 km morgens mit dem Rad zum Bäcker könnten zum persönlichen Wohlsein beitragen, wenn der Weg praktikabel und sicher sei.

Dafür habe die Stadt zahlreiche Querungen über die Vechte geschaffen und Alleen erhalten. In der Innenstadt sei das Radfahren bis an die Läden ermöglicht worden. In zwei Jahren seien 500 zusätzliche Fahrradbügel aufgestellt worden. Dafür seien einzelne Auto-Parkplätze gestrichen worden. Die Umsätze in den Geschäften seien gestiegen. Zur Finanzierung der Maßnahmen seien Fördergelder in Anspruch genommen worden.

Auch die Stadt Osnabrück habe mit Radschnellweg nach Belm, Fahrradstraßen sowie Radstationen an Hauptbahnhof und Bahnhof Altstadt den Radverkehr deutlich vorangebracht. Ein weiterer Radweg solle vom Hauptbahnhof über Johannisfreiheit in den Stadtteil Wüste gestaltet werden.

Ratsmitglied Karin Kemper stellte als Moderatorin fest: „Die Erfolge in Nordhorn zeigen, dass in Georgsmarienhütte noch viel zu tun ist.“ Der Holzhauser Grünen-Vertreter Joachim Grützmacher bemängelte, dass der Ausbau der Von-Galen-Straße ohne Radweg erfolgt sei. Hingewiesen wurde auf Gefahrenpunkte an Kreiseln für Radfahrende wie bei Dransmann und am Tor 3.

Auch der Kreisel an der Kreuzung in Wellendorf sei unsicher für Radfahrende, ergänzte Karl-Heinz Schriewer. Für Kinder aus der Brannenheide gebe es keinen sicheren Schulweg. Der Radsport-Unternehmer erneuerte seine Kritik an der Beseitigung der festen Grundlage auf der Waldchaussee zwischen Hankenberge und Bad Iburg.

Thomas Leutermann vom ADFC Osnabrück kritisierte, dass bei der Neuplanung des Radweges an der B 51 zwischen Nahne und Oesede 17 Kreuzungen weiterhin Gefahren böten und Autos immer Vorfahrt gelassen werden müsse. Auch Richtung Bad Iburg würde mit Querungen die Sicherheit der Radfahrenden missachtet. Tobias Demircioglu (VCD-Vorsitzender Osnabrück) erinnerte an die Forderung nach roten Sicherheitsstreifen an Zufahrten der L 95 in Kloster Oesede.

Ratsmitglied Irina Weckermann wies darauf hin, dass die Stadtverwaltung vorgeschlagen habe, im Rahmen einer Untersuchung zur Verkehrsentwicklung auch den Radverkehr zu berücksichtigen. Bis Ergebnisse vorlägen, könne das allerdings mehrere Jahre dauern, ohne dass konkrete Verbesserungen umgesetzt würden. Mit der Realisierung des Stadtratsbeschlusses für eine sichere Umfahrung der Kreuzung in der Oeseder City sei noch immer nicht begonnen worden.

„Das eine tun, ohne das andere zu lassen“, betonte Bürgermeisterkandidat Tobias Avermann dazu. Mit kleinen Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit könne unverzüglich begonnen werden.